Über mich
Menschen auf ihrem Weg zu begleiten, war über viele Jahrzehnte der rote Faden meines beruflichen Lebens. Mehr als 40 Jahre lang habe ich im naturheilkundlichen Bereich mit Menschen gearbeitet, die Unterstützung, Halt und Zuwendung brauchten. Zahlreiche Aus – und Weiterbildungen – unter anderem in Homöopathie, Coaching,
NLP – Practitioner, Achtsamkeit (MBSR), Telefonseelsorge, sowie in der Begleitung von Angstpatienten, haben meinen Blick geschärft, für das, was Menschen wirklich brauchen: Verlässlichkeit, Empathie, Mitgefühl und ein echtes Gegenüber.
Diese Haltung prägt heute meine Arbeit als Trauerrednerin, die ich seit einigen Jahren mit großer Freude und Dankbarkeit ausübe. Jede Lebensgeschichte verdient es achtsam erzählt zu werden – in einer Sprache, die berührt und trägt – nah, ruhig und respektvoll.
Ich erzähle über Menschen, so wie sie gelebt haben: über kleine Beobachtungen, typische Sätze und das Umfeld, das sie getragen hat.
Besonders wichtig ist mir dabei, dass sich auch Menschen mit Demenz angesprochen und eingebunden fühlen. Deshalb habe ich mich gezielt im Bereich Demenzfreundlicher Trauerreden fortgebildet.
Empathie hört zu – Mitgefühl bleibt da.
Ein interessanter Zeitungsartikel, der mehr über meine Arbeit erzählt.
Privat bin ich verheiratet, habe eine Tochter und zwei wundervolle Enkelkinder.
Meine Hobbys sind Klavier, Karate, Lesen Schreiben und Wandern.
Der Tod und ich
Vor einiger Zeit erlebte ich selbst den Schmerz einen sehr lieben Menschen verabschieden zu müssen.
Mein Neffe Tobias erkrankte an Leukämie. Es war eine sehr aggressive Form, es wurde dringend ein Spender gesucht, aber keiner gefunden. So starb er mit gerade mal 5 Jahren…Es war als würde uns der Boden unter den Füßen weggerissen.
Trotzdem schaffte ich es mit meiner Schwester eine unvergessliche Abschiedsfeier zu gestalten – auch mit dem Song „Bohemian Rhapsody“, seinem Lieblingsstück von „Queen“. Selbstverständlich so laut, wie Tobias es selbst immer so gerne gehört hat. Wir haben ihm Bilder gemalt, Gedichte und Wünsche aufgeschrieben und in den Sarg gelegt. Ganz zum Schluss der Trauerfeier haben wir für ihn Hunderte von Luftballons in den Himmel aufsteigen lassen. Ich bin sicher, er hat oben alle in Empfang genommen und gerufen „Boah, alle für mich? Cool!“
Das alles hat uns getröstet. Und so konnten wir bei aller Trauer vor allem dankbar sein, dass wir ihn, dieses wunderbare Kind, überhaupt hatten. Dankbar für seine bedingungslose Liebe und Fröhlichkeit, die Regen- in Sonnentage verwandelte.
Nur kurze Zeit später starb meine beste Freundin Erika, die Patentante meiner Tochter, mit nur 43 Jahren an plötzlichem Herzversagen. Wir standen alle unter Schock, besonders ihr Ehemann und die beiden kleinen Kinder.
Wieder hatte ich die Gelegenheit, eine besondere Trauerfeier zu organisieren, und ich merkte zum zweiten Mal, wie wichtig es ist, einen Abschied liebevoll und individuell zu gestalten.
Auf der Beerdigung haben wir und auch die Kinder Erikas Lieblingslieder gesungen und kleine Geschichten erzählt. Wir haben Kränze geflochten, den Sarg damit geschmückt, uns an den Händen gehalten und gefühlt, dass diese Abschiedsfeier ihr gut gefallen hätte. Wir hatten so ein bisschen den Eindruck, dass sie uns von ihrem Foto, das neben dem Sarg stand, zuzwinkerte und flüsterte „Das macht ihr schön! Danke!“
Damals legte ich unbewusst schon den Grundstein für meine heutige Tätigkeit.
Als meine „Stiefmama“ Irmgard starb, habe ich auch die Abschiedsrede gehalten. Ich weiß, das hätte sie genau so gewollt.
